Sensation: Rolling Devils im Viertelfinale des DRS-Pokals!!!!

Gestern gelang den Rollstuhlbasketballern aus Kaiserslautern der ganz große Coup: Mit 76:70 n.V. gegen Zweitligist Heidelberg und 64:59 gegen Erstligist Augsburg erreichten die Rolling Devils gleich im ersten Jahr ihres Bestehens den Einzug ins Viertelfinale und treffen nun auf die Mainhatten Skywheelers aus Frankfurt.
              
Das  Spiel gegen die Neckarstädter versprach von Anfang an ein spannendes Duell zu werden, schließlich gelang den „Rolling Chocolates“ Mitte September ein knapper Sieg gegen die noch junge Mannschaft aus der Pfalz. Entsprechend groß war der Wille vor allem bei Christa und Klaus Weber, sich bei ihrem ehemaligen Team zu revanchieren. 

Schon das erste Viertel gestaltete sich sehr ausgeglichen: Bis auf eine 14:9 Führung der Lautrer, die Heidelberg jedoch in eine 16:14 Führung drehte, konnte sich keine Mannschaft in der ersten Spielhälfte wirklich absetzen. Auch die gefürchtete Pressverteidigung des Zweitligisten aus Baden-Württemberg erzielte nur selten den gewünschten Effekt. André Hopp, letzte Saison Topscorer der Liga, gelang es nicht so häufig wie gewohnt sich in Szene setzen, was vor allem der starken Verteidigung von Sebastian Spitznagel und Klaus Weber zu verdanken war. Größere Probleme bereitete eher der erst 13-jährige Leon Schöneberg, der seine fahrerische Stärke wiederholt ausnutzte um unter den Korb zu gelangen und dort treffsicher abzuschließen. Auf der anderen Seite sorgte immer wieder FCK-Kapitän Sascha Gergele für Furore; er war mit vier Dreipunktspielen, also ein Korberfolg trotz Foul plus das anschließende Verwandeln des Bonusfreiwurfs, und insgesamt 32 Punkten nicht zu stoppen. 

Auch in der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: Während in der Offensive bei den Rolling Devils viel über die berüchtigten „Twin Towers“ Sebastian Spitznagel und Sascha Gergele lief, war Trainerin Christa Weber aber mit der Verteidigung ihrer Mannschaft unzufrieden, schließlich konnte wiederholt Leon Schöneberg zum Korb ziehen und die Foulbelastung der Lautrer ansteigen lassen. Kurz vor Schluss erreicht die Dramatik dann den Höhepunkt: Zwei Minuten vor Schluss steht es 61:61, danach liegen die Rolling Devils nach vier Führungswechseln mit einem Punkt vorne. Nachdem Johannes Ernst zweimal an der Linie vergab, konnte Leon Schöneberg mit einem von zwei möglichen Freiwürfen das Spiel mit 65:65 ausgleichen. Da nach 40 Minuten kein Sieger gefunden werden konnte, hieß es somit folgerichtig: Verlängerung!

Diese musste das Team von Christa Weber ohne die beiden Center David Osche und Sascha Gergele bestreiten: Beide bekamen gegen Ende der regulären Spielzeit ihr fünftes Foul und mussten damit das Spielfeld verlassen. Der dadurch siegessicher gewordene Zweitligist aus Heidelberg konnte dies jedoch nicht ausnutzen, im Gegenteil, stattdessen ging Kaiserslautern dank 8 Punkten von Sebastian Spitznagel in der Verlängerung in Führung und gaben diese auch bis zum Schluss nicht mehr ab. Das erste Ausrufezeichen war damit gesetzt: Die Mannschaft um Kapitän Sascha Gergele warf den Favoriten mit 76:70 aus dem Turnier.

Trommler der Saarpfalz Braves und die zahlreichen Fans unterstützten das Team während des gesamten Spiels tatkräftig. Hallensprecher Udo Schuff vom 1. FCK peischte die Devils immer wieder nach vorne. Besonders in kritischen Phasen war dies ein großer Rückhalt für die Rolling Devils. 

Im zweiten Spiel des Tages setzte sich der Erstligaaufsteiger SV Reha Augsburg, gegen den Aufsteiger in die zweite Liga, RSV Lahn-Dill 2, überraschend knapp mit 56:52 durch. Somit sollte das Finale zwischen dem Gastgeber aus Kaiserslautern und dem deutlich favorisierten Team aus Augsburg ausgespielt werden. 

Der sehr ausgeglichen besetzte Erstligist aus Bayern legte auch gleich im ersten Viertel gut los: nach einer 14:0 Serie Mitte des ersten Viertels lag man mit acht Punkten vorne. Trainerin Christa Weber reagierte und spielte wie schon gegen Heidelberg den entscheidenden Trumpf aus: Mit David Osche kam der dritte Center aufs Parkett, der Größenvorteil der ebenfalls mit drei Centern spielenden Augsburger war damit passé. Im zweiten Viertel spielte dann FCK-Playmaker Klaus Weber groß auf: Mit 14 Punkten in Serie schoss er die Lautrer in Führung. Seine Distanzwürfe trafen den Erstligisten genau auf dem falschen „Fuß“, da dieser bis dahin das Spiel im Low-Post erfolgreich unterbinden konnte. Mit 28:26 führt der Gastgeber zu Halbzeit.

Nach der Pause fingen die Gäste gut an: Vor allem dank Center Manfred Wolf glichen sie die zwischenzeitlich herausgespielte 7-Punkte-Führung der Rolling Devils mit 45:45 aus. Der engagierte David Osche sorgte mit intensiver Verteidigung und mehreren Korberfolgen jedoch dafür, dass die Lautrer in dieser schwierigen Phase die Partie nicht komplett aus der Hand gaben und wieder vorne lagen. Im letzten Viertel stach dann ein weiterer Liganeuling hervor: FCK-Talent Juliana Kromberg überzeugte mit sehr konzentrierter Verteidigung und einem spektakulären Treffer trotz eines Fouls. Doch die resultierende 55:47 hielt nicht lange an, da Augsburg dank eines erfahrenden Jürgen Heinrich drei Minuten vor Ende auf zwei Punkte verkürzen konnte. Mit etwas Glück rettete Kaiserslautern jedoch den knappen Vorsprung über die Zeit, am Ende konnte der Gastgeber mit 64:59 für die große Überraschung sorgen und kann sich nun „Pokalschreck“ taufen. 

Abschließend dürfen die Rolling Devils auch dank der hervorragenden Arbeit der zahlreichen Helfer durchaus von einem glanzvollen Spieltag sprechen und sich nun auf den Erstligist Mainhatten Skywheelers aus Frankfurt freuen. Angesetzt ist das Spiel auf den 18. Dezember. Der genaue Termin und die Uhrzeit werden rechtzeitig auf der Homepage bekannt gegeben. 

Für die Rolling Devils spielten:
Sascha Gergele (43 Punkte), Viktor Hammerschmidt (8), Lukas Jung (2), Juliana Kromberg (2), Paul Nikolaus (2), David Osche (17), Sebastian Spitznagel (26), Markus Gmeinwieser, Klaus Weber (40)

Trainerin: Christa Weber


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